Rugby Tourists Münster

Last-Minute-Niederlage nach stark verbesserter Leistung

18:24, ein Ergebnis zum Verzweifeln für die Hausherren. Eigentlich ein gar unglaubliches Ergebnis, wenn man die ersten 70 Minuten dieses Spiels betrachtet.

Die Tourists um Kapitän Tim Hülskötter starteten bis in die Haarspitzen motiviert in ihr Auftaktspiel zur Rückrunde der zweiten Bundesliga West. Gleich von Beginn an wollte man klarmachen, wer an der Pleistermühle zu Hause ist. Die Münsteraner kamen über druckvolles Sturmspiel und konnten so die Düsseldorfer Verteidigung immer wieder in große Not bringen und viele Stürmer binden, um danach mit der Dreiviertelreihe Angriff um Angriff zu laufen. Einzig ein Versuch wollte nicht fallen. Jörg Schlarb sorgte gleich fünf Mal mit seinem verlässlichen rechten Fuß für eine recht komfortable 15:0 Führung der Hausherren zur Pause. Kurze Zeit später konnte Schlarb, der ebenfalls angeschlagen in die Partie ging, das Ergebnis nach dem 15:3 der Düsseldorfer prompt wieder auf 18:3 stellen, ehe der Nachmittag eine bis dahin völlig unerwartete Wendung nehmen sollte. Der Düsseldorfer Sturm bekam die berühmte zweite Luft und die Stürmer der Tourists waren sichtlich erschöpft vom kräftezehrenden Supportspiel, das sie in Halbzeit eins so stark gemacht hatte.
Durch die Erkrankung von Vize-Kapitän Trutz Böcker und die Abwesenheit von Jurij Müller waren die Wechseloptionen im Sturm ohnehin eingeschränkt. Zusätzlich fehlte neben den beiden Etatmäßigen Gasse-Springern auch der gegen Victoria Linden zuletzt starke Timo Krüger in der ersten Reihe, wodurch auch der angeschlagene Felix Buhla sowie seine Kollegen Arne Falk und Niclas Depenbrock in der ersten Reihe bereits damit rechnen mussten, 80 Minuten durchzuspielen. Die Abwesenheit von Böcker und Müller machte sich an diesem Nachmittag vor allem in den sonst gewohnt starken Standardsituationen bemerkbar. Eigene Einwürfe schenkten die Tourists zu leichtfertig her und auch das Gedränge offenbarte gelegentliche Probleme in einem sonst starken Auftritt der Münsteraner. Das offene Spiel wusste man vor Allem an den Kontaktpunkten zu dominieren, lediglich die Standardsituationen fielen in der Gesamtheit zugunsten der Dragons aus Düsseldorf aus.

Wie aber kam es, dass die Münsteraner einen fast sicher geglaubten Sieg noch so herschenkten? Um die 65. Spielminute herum offenbarte sich die zunehmende Müdigkeit der Touristen, Gedrängehalb Fergus Carney musste gar mit Krämpfen vom Platz humpeln. Was folgte waren ein Motivationsschub auf Seiten der Gäste, die nun mit ihren wuchtigen Stürmern schier unermüdlich die münsteraner Verteidigung ins Visier nahmen. Einige verpasste Tackles und vor Allem Disziplinlosigkeiten, die zu Straftritten führten, brachten den Dragons zusätzlichen Rückenwind, sodass es ihnen gar möglich war innerhalb von 20 Minuten zu gleich drei erhöhten Versuchen zu kommen und das Endergebnis herzustellen.

Ein sicherlich ärgerliches Ergebnis für die Hausherren, die lange Zeit das Spiel im Griff hatten und zu Recht mit mehr rechnen durften. Was bleibt aus diesem ersten Spiel der Rückrunde ist jedoch die Erkenntnis, dass ein neues Münster auf dem Platz stand. Man spielte druckvoll und strukturiert, konnte den Gegner phasenweise gar einschnüren. Die Dreiviertelreihe und der Sturm funktionierten im Zusammenspiel ebenfalls gut. Coach Josh Ferreira und Kapitän Tim Hülskötter zeigten sich zufrieden mit der Leistung. Nun gilt es, dieses Momentum mit zum schweren Auswärtsspiel gegen die TGS Hausen zu nehmen und zu zeigen, dass die Tourists mit Recht in die zweite Bundesliga gehören. Zumindest in der dritten Halbzeit konnte man am gestrigen Tag erneut einen deutlichen Sieg verbuchen.

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